Die Schwerpunkte pädagogischer Arbeit sind die wichtigsten Schritte, die wir tagtäglich in unsere Arbeit mit den Kindern aller Gruppen einbauen.
Der Lebensbezogene Ansatz
Wir arbeiten nach Prof. Dr. Norbert Huppertz „Der Lebensbezogene Ansatz“ . Lebensbezogen bedeutet, dass das Leben und Lernen der Kinder im Vordergrund stehen. Durch wertebezogene Erziehungs- und Bildungsziele soll das Kind zu folgenden Einstellungen für sein momentanes und späteres Leben gelangen:
Bedürfnisse und Bindung
Die Erzieherin nimmt das Kind als autonome Person ernst und behält stets folgende Bedürfnisse und Interessen im Blick:
- Zuwendung und emotionale Bindung
- soziale Einbindung in die eigenen und anderen Gruppen
- Anerkennung
- Bewegung
- Bildung und Betreuung
Werteorientierung
Das Leben und Lernen der Kinder orientieren sich an verschiedenen Werten. Das oberste Ziel ist die „Weltbürgerlichkeit“. Dies bedeutet:
- alle Menschen dieser Erde haben die gleichen Rechte und Ansprüche
- keine Fremdenfeindlichkeit
- kein Rassismus
Bildungsziele
Zusätzlich zu den bereits oben genannten Zielen zum Weltbürger, findet zusätzlich eine Bildung zu folgenden Punkten statt:
- Solidarität: Freude am Leben – mit sich und anderen
- Gerechtigkeit: Maßhalten, Mit-leiden und teilen können
- Verantwortungsbewusstsein
- Friedensfähigkeit
- Ethisches Bewusstsein von gutem und unerlaubtem Handeln
- Umwelt-, Natur- und Energiebewusstsein
Daraus ergibt sich folgender Leitsatz: Gelingendes Leben für alle und alles!
Formen und Methoden
Folgende Formen und Methoden kommen in der praktischen Arbeit zum Einsatz:
- Freispiel
- Individuelle und kleingruppenbezogene Bildungsangebote
- Projekte
- Feste und Feiern
- Gottesdienste
Das eigenständige Erleben hat stets Vorrang vor mediatisierten Informationen oder Berichten aus zweiter Hand.
Sprachbildung
Zusätzlich zum gesondert durchzuführenden „Sprachförderprogramm“ ist eine lebensbezogene Sprachbildung von großer Bedeutung. Hier spielen Elemente aus dem täglichen Geschehen der Bildung und Betreuung die Basis.
Pädagogischer Ansatz und Grundhaltung
Unseren „Lebensbezogenen Ansatz“ nach Prof. Dr. Norbert Huppertz ergänzen wir durch den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan. Dieser gilt für alle Kinder bis zur Einschulung und dient uns als Orientierungshilfe, Bezugsrahmen und Verständigungsgrundlage. In unserer Einrichtung trifft eine Vielfalt an individuellen Persönlichkeiten aufeinander. Die Kinder unterscheiden sich in:
- Alter
- Geschlecht
- Temperament
- Stärken
- Talent
- Interessen
- Lern- und Entwicklungstempo
- Unterstützungsbedürfnissen
- Kulturellem Hintergrund
- Glauben
Jedes Kind bringt seine eigene individuelle Geschichte in die Gemeinschaft ein. Ziel ist es bei jedem einzelnen Kind die Basiskompetenzen zu stärken und letztendlich die Schulreife zu erlangen.
Bild vom Kind
Kinder sind soziale Wesen. Dabei bieten wir ihnen ein Umfeld, welches Sicherheit, Freiheit und Anregung ermöglicht. Somit können Sie kreative, emotionale, soziale und kognitive Fähigkeiten zur Entwicklung bringen.
In unserer pädagogischen Arbeit orientieren wir uns am Bild vom Kind, wir begleiten, fördern, fordern und ermutigen, ohne die Kinder dabei zu überfordern oder zu bevormunden. Ziel ist es, dass jedes einzelne Kind in seiner Einzigartigkeit unterstützt und gesehen wird.
Auseinandersetzung mit Qualitätsstandards
Unsere pädagogische Arbeit richtet sich nach den Qualitätsstandards des Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplans. Dieser bildet für uns die Grundlage für die Gestaltung von Bildung und Erziehungsprozessen, die ganzheitlich, individuell und kindgerecht sind.
Bedeutung von Spielen und Lernen
Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeitscharakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Personen zu interagieren und sich mit den Gegebenheiten in seiner realen Umwelt auseinanderzusetzen.
- Selbstwahrnehmung: Selbstwertgefühl und positives Selbstkonzept
- Motivale Kompetenz: Neugier entwickeln, Schaffenswille, Selbstwirksamkeit
- Kognitive Kompetenz: Problemlösefähigkeit, Gedächtnis, Fantasie, Kreativität
- Physische Kompetenz: Grob‐ und Feinmotorik, Anspannung ‐ Entspannung, Salutogenese
- Soziale Kompetenz: Empathie, Wertschätzung, Kommunikation‐ und Konfliktfähigkeit
- Werteentwicklung: Wertehaltung,moralische und objektive Urteilsbildung, sowie Achtung von Andersartigkeit
- Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme: für das eigene Handeln, für andere, für Natur und Umwelt
- Partizipation: demokratische Teilhabe
- Lernmethodische Kompetenz: Wissensbeschaffung und -verarbeitung, Wissensanwendung und -übertragung, Wissensregulierung
- Resilienz: positive Lebensentwicklung, Stressbewältigung, schnelle Genesung
Pädagogische Grundhaltung
Regeln werden mit den Kindern im kooperativen und konstruktiven Austausch festgelegt. Die gemeinsamen beschlossenen Regeln werden für die Kinder visualisiert in Form von Plakaten und Bildern etc.
Themenbezogene Bildungs- und Erziehungsbereiche
In diesem Bereich gehen wir auf den unermesslichen Wissensdrang der Kinder ein.
- Religion: Vermittlung und Vorleben religiöser Tugenden
- Emotionalität: Gefühlsreichtum erkennen, zulassen, akzeptieren
- Sprache und Literacy: Erwerb von Sprachkompetenz, Heranführen an mediale Sprache
- Medien: Stärkung der Medienkompetenz
- Mathematik: pränumerischer Bereich, numerischer Bereich, sprachlicher und symbolischer Ausdruck mathematischer Inhalte
- Naturwissenschaft: Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen, Experimente, Beobachtungen, Thesen und deren Überprüfung
- Umwelt: verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen
- Ästhetik: Anregung zur Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur, Materialumgang
- Musik: Ausleben von Fantasie und Kreativität, Ausdrucksmöglichkeit von Emotionen, Rhythmus und Bewegung zueinander führen
- Bewegung: Motorik, Selbstkonzept, Motivation, Soziale Beziehungen, Kognition, Gesundheit
- Gesundheit: Gesundheitsförderung, Eigenverantwortung für den Körper, mit Stress
Pädagogisch-didaktische Ansätze
Um die Durchführung der täglichen Bildungsarbeit zu gewährleisten, finden anschließende Ansätze Anwendung:
- Beachtung der Lage und Befindlichkeit jedes Kindes
- Ausgewogenheit von sozialer, emotionaler, motorischer, kognitiver Bildung in den einzelnen Angeboten
- Einblicke in die verschiedensten Bereiche ihrer näheren und weiteren Umgebung
- Werteorientierung
- Flexibilität, Kreativität und Spontaneität in der Planung
Zusammenarbeit und externe Vernetzung
Eine lebensbezogene Pädagogik steht grundsätzlich in Verbindung und Zusammenarbeit mit:
- anderen pädagogischen Institutionen: Schule, Beratungsstellen, Therapeuten, Vereinen
- der Umgebung als Gemeinde und Gemeinwesen
- den Eltern: Mitsprache, Mitarbeit, gegenseitige Information, wechselseitige Beratung
Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, um die Kinder bestmöglich zu fördern. Dazu gehören die Musikschule Neumarkt, sowie die Grundschule für einen gelungenen Übergang.
Bei Bedarf kooperieren wir mit dem Jugendamt, der Frühförderstelle der Logo- und Ergotherapie, sowie dem Fachdienst für integrative Kinder.
Außerdem arbeiten wir mit Berufsschulen zusammen, in dem wir Praktikantinnen und Praktikanten in der Ausbildung zur Kinderpflege und Erziehung begleiten.
Evaluation
Eine regelmäßige Reflexion zwischen den Mitarbeiterinnen der Einrichtung zur Methodik und eine entsprechende Anpassung und Veränderung ist unumgänglich.